Was kosten (Hochzeits-) Fotos?

Zugegeben, Fotos von einem Fotografen sind in der Regel nicht ganz billig. Ein guter Hochzeitsfotograf kann schonmal so viel kosten, wie das schöne, hochwertige Hochzeitskleid. Warum das so ist, möchte ich euch hier ganz kurz erklären.

Wie lange arbeitet ein Fotograf an einer Hochzeit? Ca. 3-14h (je nach Buchungsdauer natürlich). Dann werden die Fotos noch kurz bearbeitet, und auf USB-Stick gezogen. Fertig.
"So einen hohen Stundenlohn hätte ich auch gern...!"

Wer dem letzten Satz zustimmt, möchte bitte unbedingt die nächsten Zeilen lesen. Denn mit der Anwesenheitszeit auf einer Hochzeit sowie einer "kurzen" Bearbeitung ist es nicht getan.

Bevor ein Fotograf überhaupt auf eurer Hochzeit sein kann, müssen verschiedene Dinge abgeklärt werden. Wurde nicht in einem ersten Vorgespräch besprochen, was der grobe Tagesplan ist? Wurden eventuell sogar Testfotos gemacht, um euch besser Kennenzulernen? Auch das kostet Zeit (und Geld).
Sobald der Termin fix ist, werden restliche Details abgeklärt/erfragt. Bis zur Hochzeit sollte der Fotograf besser informiert sein, als das Brautpaar selbst. Nur so kann man auf "Überraschungen" angemessen reagieren bzw. diese ordentlich fotografieren. Wäre sicher schade, wenn der Fotograf gerade auf der Toilette ist, wenn die Brautmutter eine emotionale Rede hält. Das heißt also, es fließen ein paar Stündchen Arbeit alleine in die Vorbereitung.

Am Tag der Hochzeit möchte man nicht 5 Minuten vor der Trauung, abgehetzt, vor der Kirche erscheinen. Auch hier wird ausreichend Zeit eingeplant, um auch möglichen Staus auf der Autobahn zu trotzen. Jetzt beginnt die eigentliche Zeit zum Fotografieren. In der Regel macht ein Fotograf auch mal kurz Pause; Essen und Trinken sind wichtig, sonst bleibt die Konzentration auf der Strecke. Auch das gehört zur Arbeitszeit - auch wenn hier erstmal keine Fotos entstehen. Ist der Tag überstanden, ist es oft schon nach 24 Uhr oder später. Danach geht's nach Hause oder ins Hotel.

Wer meint, jetzt sei dir Hauptarbeit getan, liegt leider komplett daneben. Jetzt beginnt die Hauptarbeit! Alleine das Kopieren der Fotos auf den Computer dauert (mit mehreren Backups - ihr wollt ja sicher nicht, dass eure wertvollen Fotos aufgrund eines technischen Defekts einer Festplatte verloren gehen). Dann kommt der eigentlich Teil: Die Auswahl und Bearbeitung. Im Schnitt dauert das bei einer Tagesreportage 40 Arbeitsstunden. Es kommt natürlich auf die Größe der Gesellschaft/Anzahl der Fotos usw. an, aber mit der "Anwesenheitszeit x 3" kommt man gut hin (Zumindest bei mir). Zum Schluss kommen noch Abschlussarbeiten wie z.B. Fotos bestellen, auf USB-Stick kopieren (ggf. eine schöne, handgemachte Verpackung erstellen), alles verpacken und Versenden. Oftmals gibt es auch den Wunsch einer Online-Gallery; auch diese muss erstellt werden.

Wenn wir nun alle Stunden grob zusammenrechnen, hat ein Fotograf mit einer Tagesreportage nicht 14 Stunden Arbeit, sondern ca. 50 Stunden. Und von diesem Stundenlohn muss die gesamte Technik, ggf. ein Assistent und sonstige Abgaben/Steuern finanziert werden. Ihr seht - so "hoch" ist der Stundenlohn gar nicht ;-)